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Den richtigen Thermoplast wählen: PA6 GF30, PPS, POM & Co.

Der Werkstoff entscheidet über Festigkeit, Temperaturbeständigkeit, Verschleiß und Kosten eines Spritzgussbauteils. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die wichtigsten technischen Thermoplaste, und hilft Ihnen, den passenden Kunststoff für Ihre Anwendung einzugrenzen.

Stützfuß für Passat und Macan aus glasfaserverstärktem PA6 GF30

Thermoplaste sind Kunststoffe, die sich unter Wärme verformen lassen und diese Eigenschaft bei jedem Aufheizen behalten, das macht sie ideal für den Spritzguss. icotek verarbeitet alle gängigen Thermoplaste, die einzige Ausnahme ist PVC. Welcher Werkstoff der richtige ist, hängt von den Anforderungen Ihres Bauteils ab.

Wie wählt man den richtigen Kunststoff?

Die Werkstoffwahl ist immer eine Abwägung zwischen technischen Anforderungen und Kosten. Vor der Entscheidung sollten Sie diese Kriterien klären:

  • Mechanische Belastung: Muss das Teil steif, schlagzäh oder dauerhaft tragfähig sein?
  • Temperatur: Welche Dauer- und Spitzentemperaturen treten im Betrieb auf?
  • Medien & Chemikalien: Kommt das Bauteil mit Wasser, Ölen, Kraftstoffen oder Reinigern in Kontakt?
  • Verschleiß & Reibung: Bewegen sich Flächen gegeneinander, etwa bei Zahnrädern oder Lagern?
  • Optik & Oberfläche: Sind Farbe, Witterungsbeständigkeit oder Sichtqualität gefragt?
  • Stückzahl & Preis: Welches Budget steht pro Teil zur Verfügung?

Auf Basis dieser Kriterien lässt sich das Feld schnell eingrenzen. Einen Gesamtüberblick über verarbeitbare Materialien finden Sie auf unserer Seite zu den Werkstoffen.

PA6 GF30 (glasfaserverstärkt, robust)

PA6 GF30 ist ein Polyamid mit 30 % Glasfaseranteil und einer der meistgenutzten Konstruktionswerkstoffe im technischen Spritzguss. Die Glasfasern erhöhen Steifigkeit, Festigkeit und Formstabilität deutlich gegenüber unverstärktem PA6. Der Werkstoff ist robust, temperaturbeständig und gut belastbar, ideal für strukturelle und funktionale Bauteile in der Großserie, etwa im Automobilbereich. Typische Anwendungen sind Stützfüße, Strahlrohre und Griffe.

Kein Werkstoff ist für alles ideal, die Kunst liegt darin, Anforderungen und Kosten in Balance zu bringen.

PPS (hitze- und medienbeständig)

Polyphenylensulfid (PPS) ist ein Hochleistungsthermoplast für anspruchsvolle thermische und chemische Umgebungen. PPS behält seine Eigenschaften auch bei dauerhaft hohen Temperaturen, ist chemikalien- und medienbeständig sowie maßhaltig. Damit eignet es sich für Bauteile in der Heiz- und Sensortechnik, die heißen Medien oder aggressiven Flüssigkeiten standhalten müssen, zum Beispiel Gehäuse und Abscheider in Heizsystemen.

POM (verschleißfest, Zahnräder)

Polyoxymethylen (POM) ist bekannt für hohe Steifigkeit, niedrige Reibung und ausgezeichnete Verschleißfestigkeit. Der Werkstoff ist maßhaltig und lässt sich präzise verarbeiten, weshalb er die erste Wahl für bewegte Präzisionsteile ist: Zahnräder, Wellen, Gleitelemente und Funktionsteile in Reinigungs- und Antriebsgeräten. POM wird häufig auch in der Insert-Technik mit Einlegeteilen kombiniert.

Zahnrad aus schwarzem POM mit eingebetteten metallischen Einlegeteilen
POM ist der klassische Werkstoff für verschleißfeste Präzisionsteile. Im Bild ein Zahnrad mit Einlegeteilen aus schwarzem POM, das icotek für die Reinigungsbranche fertigt.

PP / PC-ASA

Diese beiden Werkstoffe decken sehr unterschiedliche Anforderungen ab:

  • PP (Polypropylen): Preiswert, chemisch beständig und zäh, ideal für hohe Stückzahlen und Massenprodukte wie Bürstenträger oder Behälter. Oft mit Talkum gefüllt, etwa PP TV20 mit 20 % Talkum.
  • PC-ASA: Ein Blend aus Polycarbonat und ASA, das Schlagzähigkeit mit sehr guter Witterungs- und UV-Beständigkeit verbindet. Geeignet für Sicht- und Außenbauteile wie Lampenhalter.

Weich-Komponenten (TPE)

Thermoplastische Elastomere (TPE, dazu TPU und TPV) verhalten sich wie Gummi, lassen sich aber wie ein Thermoplast im Spritzguss verarbeiten. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo weiche, griffige oder dichtende Bereiche gefragt sind, etwa Softtouch-Griffe oder angespritzte Dichtungen. Besonders wirtschaftlich sind TPE in Kombination mit einem harten Träger im 2K-Verfahren, das wir im Ratgeber zum 2K- und 3K-Spritzguss beschreiben.

Fazit

Es gibt nicht den einen „besten“ Kunststoff, entscheidend ist die Passung zwischen Anforderung und Werkstoff. Als Orientierung:

  • Robust & tragend → PA6 GF30
  • Hitze & Medien → PPS
  • Verschleiß & Präzision → POM
  • Massenserie & Preis → PP
  • Außen & Optik → PC-ASA
  • Weich & dichtend → TPE

icotek verarbeitet alle gängigen Thermoplaste außer PVC und berät Sie bei der Materialauswahl. Schildern Sie uns Ihre Anforderungen. Wir empfehlen den passenden Werkstoff für Ihr Bauteil.

Lucas Bethke
Verfasst vonLucas BethkeGeschäftsführung · icotek Kunststofftechnik

Lucas Bethke führt icotek in zweiter Generation und begleitet Kundenprojekte von der ersten Idee bis zur Serie.

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Was unsere Kunden über icotek sagen

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Ich […] arbeite schon seit über zwanzig Jahren mit der Fa. icotek und war immer sehr zufrieden. Besonders hervorzuheben sind die Schnelligkeit, Flexibilität, faire Preise und das Engagement bei schwierigen und neuen Entwicklungen.
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